Coaching – Mentoring - Beratung – Therapie

Diese vier Begriffe werden häufig vermischt. Das ist nicht weiter tragisch. Sie zu unterscheiden hilft aber, Erwartungen zu klären und Gespräche sauberer zu gestalten.

Coaching - Potenziale aktivieren: Weißt Du, was Du da tust?

Coaching setzt sich strukturiert aber dabei sehr individuell mit einer persönlichen Entscheidungs- oder Entwicklungssituation auseinander.

Diese Situation kann privater oder beruflicher Natur sein. Der Coach spiegelt und verdichtet. Er strukturiert im Stress blockierte oder überfließende persönlichen Wahrnehmungen und Gedanken des Coachee. Über systematisch sich wiederholende Fragen wird das zur angemessenen Situationsklärung notwendige Wahrnehmungsvermögen des Coachee (wieder) aufgebaut, bis dieser sich die notwendigen Fragen schließlich selber stellen und beantworten kann. Die Gesprächsanteile sollten entsprechend dieses Zieles überwiegend beim Coachee liegen: Er/Sie steht im Mittelpunkt.

Es geht im Coaching vorrangig um persönliche Wahrnehmungs- und Entscheidungsmuster, darum, WIE Dinge getan und entschieden werden, weniger um das WAS. Wenn Sie mit rein fachlichen Fragen Schwierigkeiten haben, sollten Sie nach einem Mentor oder Berater suchen. Häufig passiert es, dass Coaches beraten, d.h. Lösungen präsentieren, obwohl sie eigentlich den Weg zur Lösungsentwicklung begleiten sollten. Die Lösung ist dann nicht zwingend falsch, aber es ist die des Coaches, nicht Ihre!

Coaches werden eingesetzt, um Menschen an erhöhte oder auch nur veränderte Belastungs- und Anforderungsniveaus heranzuführen, denen die Betroffenen rein fachlich grundsätzlich aber gewachsen sind, bei Beförderungen,  bei Versetzungen, Umstrukturierungen, aber auch bei familiären, partnerschaftlichen Veränderungen,etc..

Mentoring - Erfahrung übertragen: Weißt Du, was ich da tun würde?

Der Mentor ist im Gegensatz zum Coach ein Branchen-Insider mit außerordentlichem berufsbezogenem Fachwissen. Dafür muss er im Gegensatz zum Coach nicht zwingend methodisch besonders geschult sein. Der Mentor gibt vorrangig inhaltlichen Beistand – die Redanteile liegen dementsprechend überwiegend bei ihm. Der Mentor unterstützt zwar wie der Coach bezogen auf die Gesamtperson, seine Hauptaufgabe aber ist es aber, seinen fachlichen und berufsfeldbezogenen Wissens- und Erfahrungsvorsprung auf den Betreuten zu übertragen. Es geht beim Mentoring um die dauerhafte Erhöhung des fachlichen Wirkungsgrades des Betreuten.

Mentoren werden daher eingesetzt, wenn es darum geht, Personen konkret in neue Tätigkeitsgebiete/-formen/-dimensionen einzuarbeiten, zu deren Bewältigung es konkreter Insiderinformationen bedarf, z.B. bei Verantwortungszuwachs mit starker Netzwerkeinbindung, sensible/vertrauliche Aufgabenerweiterungen. Mentoring erfolgt dementsprechend zumeist betriebsintern - oder als wegen des konkreten Branchenbezugs und der Vertraulichkeit ausgesprochen hochwertige Dienstleistung.

Beratung - Wissen vermitteln: Wissen Sie, was Sie tun könnten?

Beratung überlappt mit Mentoring, wird in der Regel aber deutlich enger verstanden, mit klar abgegrenzten Themen verbunden: Management-Beratung, psychologische Beratung, Energie-Beratung etc.. Der Berater überbrückt dabei mit seinem ganz spezifischen Wissen punktuell ebenso klar definierbare Wissenslücken beim Beratenen.

Berater werden dementsprechend dazu eingesetzt, unkompliziert zeitnah benötigtes Wissen bereit zu stellen.

Therapie - aus der Sackgasse führen: Damit Du wieder weißt, was Du tust!

Bei allen vorgenannten Dienstleistungen wird grundsätzlich davon ausgegangen, dass der Dienstleistungsempfänger voll entscheidungsfähig ist. Der Therapieansatz beruht dagegen auf dem Gedanken, dass es Teilbereiche im Denken, Fühlen und Handeln der betroffenen Person gibt, die sich der bewussten Steuerung bereits nachhaltig entzogen haben. Der/die Betroffene hat Alltagsschwierigkeiten: Süchte, Zwänge, Phobien etc..

Aufgabe des Therapeuten ist "Heilung": Die Person wieder zu vollständiger, sowohl vom Betroffenen selbst als auch von seinem sozialen Umfeld akzeptierter „Funktionalität“ zu führen, Ängste und Zwänge abzubauen, Blockaden zu lösen. Das findet sich auch im Coaching. Der Therapeut greift jedoch auf Methoden zurück, die jenseits des reinen freien Willens des Patienten liegen - tiefenwirksame Interventionen oder auch schlicht Medikamente. Gerade in Deutschland besteht durch die mangelnde Akzeptanz von Psychotherapie ein Trend, Coaches anzufragen, wo Therapie angezeigt wäre. Das ist so lange unproblematisch, so lange die betroffenen Coaches ihre Grenzen erkennen.

Was also wann?

Coaches, Mentoren und Berater sind immer dann angemessen, wenn Menschen auf  Veränderungen treffen und das Gefühl haben, dabei die Kontrolle zu verlieren: Beförderungen, Umstrukturierungen, gesellschaftliche Entwicklungen, familiäre Veränderungen, Umzüge etc.. Der Coach gibt Ihnen die Kontrolle zurück, der Mentor platziert Sie gezielt in unbekannten Umfeldern, der Berater arbeitet Ihnen inhaltlich zu.

Therapeuten sollten dagegen aufgesucht werden, wenn der Eindruck entsteht, dass Menschen sich selbst in nicht mehr zu kontrollierender Form verändern.

Ich persönlich coache Menschen in privaten und beruflichen Entscheidungssituationen. Ich berate in Fragen der Personal- und Organisationsentwicklung. Für Führungskräfte und Gründer im Bereich von Organisationsentwicklung, Training und Beratung agiere ich darüber hinaus auf der Basis von 15 Jahren einschlägiger Unternehmer- und Führungserfahrung bis auf Kontinentalebene auch als Mentor.

Ich biete grundsätzlich keine Therapie, sondern leite bei Wunsch oder bei Bedarf weiter.

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